Zertifikate

QualitätswegPremium- oder Qualitätsweg – für den Wanderer ist das nicht die Frage. Ihn interessiert alleine, welchen Erlebniswert und welche Voraussetzungen die Trasse in puncto Kondition und Technik hat. Für Wegepaten ist aber wissenswert, wer und was damit gemeint ist.

Vielerorten entstehen Prädikatswege. Der Vorreiter in unserer Region ist der 2005 eröffnete Fernwanderweg Rheinsteig. 2010 kam der Rundwanderweg Wispertalsteig dazu und 2015 der Limeserlebnispfad Untertaunus. Daneben bestehen Überlegungen für eine Verbindung der UNESCO-Welterbe Limes (Heidenrod-Kemel) und Oberes Mittelrheintal (Lorch) sowie ein Themenweg Via Mattiacorum zwischen Idstein und Wiesbaden.

Alle diese Wege müssen einen Zertifizierungsprozess durchlaufen, bei dem anhand eines Kritierienkataloges der Streckenverlauf bewertet wird. Teilabschnitte, die die Mindestanforderungen nicht erfüllen, werden überarbeitet und so kann der Wanderer darauf vertrauen, am Ende einen abwechslungsreichen Wanderweg vorzufinden. Damit dies so bleibt, findet alle drei Jahre eine Revision statt.

Wegbereiter bei der Zertifizierung ist das Deutsche Wanderinstitut mit seinen Premiumwegen. Seit einigen Jahren engagiert sich in diesem Bereich auch der Deutsche Wanderverband mit seinen Qualitätswegen Wanderbares Deutschland.

War die Anerkennung anfänglich auf Wege ab 20 km Länge beschränkt, so werden heute auch kürzere Strecken – wie die Rauenthaler Spange – zertifiziert.

Mit der Frage, welche Konsequenzen dieser Trend für die bereits bestehenden Wegenetze hat, befasst sich aktuell der Beirat des Naturpark Rhein-Taunus. Anstelle hier und da einen Weg zu zertifizieren, könnte z.B. eine Qualitätsregion das professionelle und ehrenamtliche Potential bündeln.